Bundespräsident Horst Köhler im Gespräch mit Manuel Friedrich, Lukas Podolski, David Odonkor, Jens Nowotny und Marcell JansenFoto: REGIERUNGonline / Bergmann

Silbernes Lorbeerblatt für die Spieler der Fußball-Nationalmannschaft

Montag, 14. August 2006

Bundespräsident Horst Köhler hat den Spielern der Deutschen Nationalmannschaft, die bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 den dritten Platz errangen, das Silberne Lorbeerblatt verliehen. Dies ist die höchste Auszeichnung, die in Deutschland für herausragende sportliche Leistungen vergeben wird.

Kaiserwetter in Berlin. Vor dem Schloss Bellevue drängen sich die Schaulustigen, die einen Blick auf die Fußballhelden dieses Sommers werfen wollen: die Spieler der Deutschen Nationalmannschaft. Erstmals nach dem denkwürdigen Turnier ist das Team zusammen, um sich auf das bevorstehende Länderspiel gegen Schweden vorzubereiten. Einige fehlen wegen Verletzung: Michael Ballack, Robert Huth und Sebastian Kehl; Oliver Kahn ist nicht mehr dabei.
 
Ein Bläserquintett der Luftwaffe swingt "That’s a Plenty" - ein "Riesending" könnte man auf Fußball bezogen übersetzen.
 
Bundespräsident Köhler dankt den Spielern dafür, dass sie Deutschland einen wunderbaren, unvergesslichen Sommer beschert haben. Die Art und Weise ihres sportlichen und menschlichen Auftretens, ihr Teamgeist, ihr Stil habe jene Ausstrahlung ermöglicht, die das ganze Land erfasst habe.
 
Er erwähnt Jürgen Klinsmann, der auch gegen Widerstände etwas geschafft habe, was kaum jemand vorher geglaubt oder für möglich gehalten habe, weist aber gleich darauf hin, dass niemand ein solche Projekt allein stemmen könne. Fußball sei ein Mannschaftssport und alle müssten sich auf ihren Platz stellen. Im Team aber würden die Stärken des Einzelnen noch stärker, im Team trage der eine den andern, feure der eine den anderen an, wachse der Einzelne über sich hinaus.
 
Der Bundespräsident lobt Oliver Bierhoff und Joachim Löw, die den Stil mitgeprägt hätten, unbeirrbar und konsequent. Er erwähnt die Betreuer, die medizinische Abteilung, die Fitnesstrainer, die Psychologen, die Spielbeobachter und Funktionäre. Alle hätten sich vom Willen und der Leidenschaft der Mannschaft anstecken, sich begeistern lassen und hätten mitgezogen.
 
Nationalspieler seien Vorbilder für Kinder und Jugendliche, sie trügen eine große Verantwortung. Die Nationalmannschaft jedenfalls habe ein vorbildliches Verhalten an den Tag gelegt: die faire Geste, die Gratulation nach einer Niederlage, der Siegesjubel ohne Demütigung des Gegner, das Verlierenkönnen mit Stil und Größe, das Akzeptieren einer falschen Schiedsrichterentscheidung ohne lautstarken Protest, der Verzicht auf die immer unerträglicher werdende Schauspielerei, all das gehöre zum Sport und habe einen riesigen Einfluss auf Kinder und Jugendliche. Sie habe sich menschlich bewährt, die Nationalmannschaft.
 
 Mit dem Blick auf die bevorstehenden Spiele gegen Schweden und Irland und dem Herbergerzitat, dass das nächste Spiel immer das Schwerste sei, wünscht er dem Trainer und der Mannschaft alles Gute. Zusammen mit Sportminister Wolfgang Schäuble überreicht er folgenden Spielern das Silberne Lorbeerblatt: Gerald Asamoah, Tim Borowski, Torsten Frings, Mike Hanke, Timo Hildebrand, Thomas Hitzlsperger, Marcell Jansen, Miroslaw Klose, Philipp Lahm, Jens Lehmann, Per Mertesacker, Christoph Metzelder, Oliver Neuville, Jens Nowotny, David Odonkor, Lukas Podolski, Bernd Schneider und Bastian Schweinsteiger. Miroslaw Klose nimmt dann noch für die Mannschaft der WM 2006 die gemeinsame Auszeichnung entgegen.