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Foto: Sandra SteinsWalk of Ideas: Die Relativitätstheorie
Präsentation der sechsten Großskulptur des "Walk of Ideas" in Berlin: Die Relativitätstheorie
Sonntag, 21. Mai 2006
Mit der Skulptur „Die Relativitätstheorie“ wurde im Berliner Lustgarten auf der Museumsinsel die sechste und damit letzte Station des „Walk of Ideas“ enthüllt.
Sechs silberglänzende Skulpturen haben nun in der Mitte Berlins ihren Platz für die nächsten Monate gefunden. Bis September sollen diese Monumente den Ideenreichtum und Erfindergeist Deutschlands symbolisieren. In einer Zeit, in der Tausende von Gästen aus aller Welt in der Hauptstadt erwartet werden, soll ihnen und auch den inländischen Mitbürgerinnen und –bürgern die Kreativität von Komponisten und Literaten, Wissenschaftlern und Forschern, Ingenieuren und Tüftlern aus deutschen Landen eindrucksvoll vor Augen geführt werden.
Die Skulpturen erheben nicht den Anspruch, „Kunst im Öffentlichen Raum“ zu sein, sie wollen lediglich für eine befristete Zeit an prominenter Stelle Denkanstöße dahingehend vermitteln, dass sich die Impulse aus dem „Land der Ideen“ eben nicht nur auf einen „Pass in den freien Raum“ reduzieren lassen.
Natürlich sind Design und Ausführung hochwertig und dem eigenen Anspruch angepasst: neu von Weltmarktführer BASF entwickelte Kunststoffe und Lacke machen jeden dieser bis zu zwölf Meter hohen und durchschnittlich über 20 Tonnen schweren „Brocken“ zu einem Blickfang besonderer Art: als begehrtes Fotomotiv, als Spannungselement in der Beziehung zum Aufstellungsort und damit zur Diskussionsgrundlage vor Ort und in den Medien.
Denn jede Skulptur steht für eine generelle und eine spezielle Aussage: Der „Moderne Fußballschuh“ nahe dem neuen Hauptbahnhof weist nicht nur auf die bis heute weltweit führende Entwicklung von Sportkleidung hin, er erzählt auch die Geschichte von Adi Dassler, jenem Tüftler, der die Weltmeistermannschaft des Jahres 1954 mit Fußballschuhen ausstattete, die den Kickern einen „sicheren Stand“ gewährten.
Oder der Hintergrund zur „Aspirin Tablette“, die neben dem Reichstag Platz fand. Dieses meist verbreitetsten Medikament der Welt wirkt eben nicht nur bei Mandatsträgern schmerzlindernd.
Die sechs überdimensionalen Noten auf dem Gendarmenmarkt hingegen erscheinen in ihrer Anzahl schon recht üppig: schließlich hätten für das Hauptthema Beethovens „Fünfter“ bereits vier gereicht ...
Dass Deutschland weltweit oftmals über das Auto definiert wird, liegt sicher nicht nur an den Erfolgen seiner Rennfahrer, sondern eher an der Fülle der technischen Erfindungen und Entwicklungen, die das Automobil weltweit auf seinen heutigen Stand und sein Abbild damit vor das Brandenburger Tor gebracht haben. Wobei das Phänomen, dass „Schumi“ eine italienische Sportwagenmarke bereits derartig in die deutschen Sympathieskala eingenordet hat, vielleicht nur dadurch zu erklären ist, dass sich hier der eigene Anspruch und südliches Charisma symbiotisch ergänzen...
Ein zwölf Meter hoher Bücherstapel auf dem Bebelplatz soll Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks deutlich machen, ohne diese wäre das „Land der Dichter und Denker“ nicht zum Begriff geworden. Der Symbolgehalt dieses Ortes ist sicher besonders bedeutsam, denn hier wird deutlich, dass man wohl die Materie verbrennen, nicht aber deren Inhalt aus dem Bewußtsein der Menschen tilgen kann, wenn er erst einmal dort Platz gefunden hat.
Die letzte der sechs Skulpturen des „Walk of Ideas“ trägt den Titel „Die Relativitätstheorie“ und stellt die Einsteinsche Formel „E = mc²“ dar. Sie soll die Vielzahl der wissenschaftlichen Erfolge symbolisieren, die die deutsche Forschung in den letzten Jahrzehnten erzielt hat.
Einstein selbst ist wohl bis heute der Inbegriff des Forschers und Genies. Das „Time“-Magazin kürte ihn zur Person des vergangenen Jahrhunderts, als „Genie, politischer Flüchtling, Menschenfreund, Entschlüssler der Geheimnisse des Atoms und des Universums“.
Einen „Walk of Ideas“ durch die Mitte Berlins lediglich auf den Symbolcharakter der Skulpturen zu reduzierenden, wäre jedoch zu wenig: erst das Zusammenspiel von Orten und Ideen, von der generellen Konzeption und den vielen speziellen Aspekten jedes einzelnen Monuments machen diesen Gang zum Erlebnis.
Mike de Vries, Geschäftsführer der FC Deutschland GmbH, begrüßte die Gäste: „Mit der „Relativitätstheorie“ hat der ‚Walk of Ideas’ seine letzte Station erhalten. Das sind sechs Skulpturen an attraktiven Orten in Berlin-Mitte, die unseren Gästen vom Ideenreichtum dieses Landes erzählen. Doch es gibt eine Fortsetzung: Wurden bisher Erfindungen der Vergangenheit interpretiert, so wendet sich der ‚Walk’ mit der Ausstellung „100 Köpfe von morgen – die Zukunft im Land der Ideen“ ganz der Kreativität der Moderne zu. Die Ausstellung wird im Deutschen Historischen Museum in Kürze zu besichtigen sein“.
