Interviews
Johann Lafer: Die Menschen in Deutschland sind gern gute WM-Gastgeber
Mittwoch, 7. Juni 2006
TV-Koch Johann Lafer setzt sich gemeinsam mit Franz Beckenbauer, Kim Sarah Brandts, Pierre Franckh, Michaela Merten und Tobias Schlegl für die Nationale Service- und Freundlichkeitskampagne ein, einem Baustein im WM-Gastgeberkonzept der Bundesregierung. Im Interview spricht der Österreicher über die Rolle als Gastgeber, das Image der Deutschen im Ausland und die Fußball-Weltmeisterschaft.
Herr Lafer, warum setzen Sie sich für die Nationale Service- und Freundlichkeitskampagne ein?
Bester Service und Freundlichkeit sind neben einer guten Küche die Grundbedingungen unseres Metiers. Ich setze mich gern dafür ein, dass Werte wie Freundlichkeit, Höflichkeit, Rücksichtsnahme, Herzenswärme und so vieles mehr mehr Beachtung findet.
Die Besucher der FIFA WM 2006 sollen „zu Gast bei Freunden sein“. Denken Sie, dass Deutschland seiner Gastgeberrolle gerecht wird?
Ja, da bin ich mir sicher. Die Menschen hier sind gern Gastgeber. Sie sind außerdem enorm stolz, dass die FIFA WM 2006™ hier stattfindet. Man will und wird sich von seiner besten Seite zeige, gilt es ja vielleicht auch dauerhafte Freundschaften zu knüpfen.
Was verbinden Sie persönlich mit „zu Gast bei Freunden sein“? Was ist Ihrer Meinung nach wichtig, um sich willkommen und wohl zu fühlen?
Wichtig ist, mit offenen Armen, einem herzlichen Lächeln, Interesse an Anderen, spürbarer Freundschaft empfangen zu werden. Offenheit und sich auf Menschen einzulassen machen Gast und Gastgeber glücklich.
Was sind aus Ihrer Sicht die besonderen Stärken des FIFA WM 2006-Gastgebers Deutschland? Welches Image verbinden Menschen im Ausland Ihrer Meinung nach mit Deutschland?
Deutsche lieben es Gäste zu haben, sie zu bewirten und Ihnen das Beste zu geben. Wichtig ist für meine Begriffe dabei auch, dass eine große Bereitschaft zu jeder Hilfestellung vorhanden ist. Hinzu kommt, dass bei jeglicher Organisation stets Perfektion zum Wohle des Gastes angestrebt wird.
Ich bin ja selbst kein Deutscher, sondern Österreicher. Außerdem bin ich ziemlich viel in der Welt umhergereist und kann sagen, dass im Ausland ein sehr anerkennendes Image vorherrscht. Besonders die Asiaten sind von der deutschen Mentalität, Landschaft und Lebensweise sehr angetan. Natürlich verbinden viele mit Deutschland auch Lederhose, Sauerkraut, ein wenig Derbheit und mangelnde Eleganz im Umgang mit Menschen.
Wodurch wollen Sie persönlich dazu beitragen, das Image des Reiselandes Deutschland zu verbessern?
Seit über 25 Jahren arbeiten meine Frau und ich sehr hart dafür - viele unserer Kollegen natürlich ebenso - unseren Gästen nur das Beste, verbunden mit herzlicher, liebevoller Atmosphäre zu bieten.
An welchem Ort / in welcher Region in Deutschland verbringen Sie Ihren Urlaub am liebsten? Warum?
Wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich unglaublich froh und stolz, gerade hier in Rheinland-Pfalz gelandet zu sein. Die stets fröhliche, gastliche Mentalität der Menschen, die ganze Lebensart, Lebenslust und Dynamik kommt mir sehr entgegen! Außerdem leben wir in der Nähe des Weltkulturerbes Mittelrhein, im Weinland Nahe, umrandet von fünf weiteren Weinbaugebieten wirklich wie „Gott in Deutschland“.
Ich muss aber auch sagen, dass die ganz unterschiedlichen Regionen Deutschlands mit ihren unterschiedlichen Charakteren alle große Reize auf mich ausüben. Am wohlsten fühle ich mich immer da, wo ich Menschen finde, die mich mit offenen Armen empfangen und willkommen heißen.
Wo werden Sie die FIFA WM 2006 verfolgen?
Die Spiele werde ich ab und zu in den Stadien verfolgen, hauptsächlich aber während meiner Arbeit.
Worauf freuen Sie sich in der Zeit vom 9. Juni bis 9. Juli 2006 besonders?
Auf tolle Spiele und viele, liebe Menschen. Solch ein Ereignis ist wahnsinnig aufregend!
Denken Sie, dass die deutsche Küche mit den Spezialitäten der WM-Teilnehmerländer konkurrieren kann?
Natürlich kann sie das, wenn der Gast weiß, wo er hingehen soll. Große deutsche Köche und auch viele regionale Küchen sind längst auf Niveau der guten ausländischen Küche.
Wie gehen Sie in Ihrem Restaurant auf das Ereignis FIFA WM 2006 ein?
Wir bieten unseren Gästen Packages in Verbindung mit der WM an zum Beispiel: Treffen zum Cocktail auf der Stromburg, Helikopterflug zu verschiedenen Spielen und Rückkehr zur Stromburg mit anschließendem Gala Dinner.
In welcher Weise rollt die Gastronomie in Deutschland den Besuchern aus der ganzen Welt den roten Teppich aus?
Die deutsche Gastronomie ist bestens vorbereitet. Alle werden ihre Gäste mit der gleichen Herzlichkeit, den besten Produkten und der größten Dienstleistung empfangen und bewirten wie immer – nur mit viel mehr Spannung auf die Gäste aus aller Welt und die Ergebnisse auf dem Platz!
Welches Bild Deutschlands möchten Sie nach der FIFA WM 2006 in den Köpfen der Menschen in aller Welt haben?
Dass die Menschen Deutschland so erlebt haben, wie es wirklich ist: Mit wunderschönen unterschiedlichen Regionen, mit fröhlichen, liebenswerten Menschen, die ihren Gästen nur das Beste gegeben haben. Kurz: Dass unsere Gäste aus aller Welt Deutschland ungern verlassen, weil sie Freunde gewonnen haben.
Weiterführende Informationen
Informationen der Deutschen Tourismuszentrale zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006
