Städte und Stadien
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Stuttgart
In Stuttgart schlägt das Herz der deutschen Automobil-Industrie. Der weltweit älteste Autohersteller DaimlerChrysler feierte 2004 sein 100-jähriges Jubiläum und auch Porsche hat seinen Firmensitz in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Zwei Universitäten und zahlreiche Forschungsinstitute sichern Stuttgarts Spitzenplatz unter den Wissenschaftsstandorten. Aber auch für kulinarische Spezialitäten ist gesorgt: Zu deftigen „Spätzle“ und „Maultaschen“ empfiehlt sich ein württembergischer Trollinger.
Stuttgart liegt in einem Talkessel, der von Wäldern und Weingärten umgeben ist, mitten hindurch fließt der Neckar. Herzog Liutolf von Schwaben hat um 950 in diesem Tal einen „stuotgarten“, also ein Gestüt, angelegt, dem die entstehende Siedlung ihren Namen verdankt. Der Ortsname taucht erstmals 1229 in einer Urkunde von Papst Gregor IX. auf. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts verliehen die Markgrafen von Baden dem aufstrebenden Ort die Stadtrechte.
Mittelalterliche Wahrzeichen
Noch heute erinnert die Stiftskirche am Schillerplatz an die Stauferzeit. Sie wurde um 1170 erbaut, ihre beiden ungleichen Türme waren das Wahrzeichen des alten Stuttgart. An ihrer Seite befindet sich das älteste Haus Stuttgarts, der Fruchtkasten. Der spätgotische Bau, der 1393 erstmals erwähnt wurde, diente als Lagerhaus für Korn und Wein.
Darüber hinaus verweist das herrschaftliche Alte Schloss auf die Anfänge Stuttgarts. Der Grundriss des Schlosses geht auf eine Wasserburg zurück, die im 10. Jahrhundert einen Schutzwall für das Gestüt bot. Nachdem die Grafen von Württemberg im 14. Jahrhundert in Stuttgart residierten, wurde die Burg zum Hauptsitz ausgebaut.
Ein Ort für Schloss-Liebhaber
Mitte des 16. Jahrhunderts erfolgte der Umbau in einen prächtigen Renaissance-Palast. Heute ist im Alten Schloss das Württembergische Landesmuseum untergebracht. Die Sammlung zeigt Ausstellungsstücke aus dem 16. Jahrhundert, die aus der Kunstkammer von König Wilhelm I. von Württemberg stammen.
Foto: laifDer Schlossplatz ist einer der schönsten Plätze Europas und versammelt neben dem Alten Schloss Gebäude aus unterschiedlichsten Zeiten: Das barocke Neue Schloss, gegenüber der spätklassizistische Königsbau, das Kunstgebäude und die Alte Kanzlei. Und inmitten dieses Ensembles steht die Jubiläumssäule, die gekrönt wird von der Göttin Concordia.
Mittelpunkt deutschen Geisteslebens
Die wirtschaftliche Grundlage der Stadt bildeten bereits im Spätmittelalter der Weinbau und das Handwerk. Allerdings gewann Stuttgart im 17. und 18. Jahrhundert durch seine Bildungsinstitutionen zunehmend an Ansehen. 1686 wurde das Gymnasium illustre, das heutige Eberhard-Ludwig-Gymnasium gegründet. Berühmtester Schüler war der 1770 in Stuttgart geborene Philosoph Georg Friedrich Wilhelm Hegel.
Noch größeren Einfluss auf das geistig-politische, aber auch künstlerisch-architektonische Leben Stuttgarts hatte die Hohe Karlsschule. Obwohl sie nur zwei Jahrzehnte von 1775 bis 1794 existierte, lernten und lehrten namhafte Dichter und Wissenschaftler an der Universität. Ihr berühmtester Schüler war Friedrich Schiller, der während seines Medizinstudiums an seinem Schauspiel „Die Räuber“ schrieb.
Schillers und Goethes Verleger Johann Friedrich Cotta kam 1810 von Tübingen nach Stuttgart und machte die Stadt zum wichtigsten Standort des deutschen Buchhandels und der deutschsprachigen Literatur. Hier lebten so namhafte Schriftsteller und Redakteure wie Ludwig Uhland, Gustav Schwab und Eduard Mörike. Allein 1849 wohnten 249 Schriftsteller in Stuttgart.
Autos, High-Tech und Wissenschaft
Aber erst die Firmengründungen von Bosch (1886) und Daimler (1890) sollten Stuttgart in aller Welt bekannt machen. Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach entwickelten 1886 einen schnelllaufenden Benzinmotor, der einen Kutschwagen antrieb – das erste Automobil. Ein Jahr zuvor hatte Carl Benz bereits einen Zweitaktmotor in eine dreirädrige Kutsche eingebaut. Damit begann die über 115-jährige Automobilgeschichte, die mit der Porsche AG in Stuttgart eine weitere Erfolgsgeschichte aufweist.
Mit der Entwicklung des Wirtschaftsstandorts ist eine renommierte Bildungslandschaft entstanden. Sie bietet eine enge Verbindung von High-Tech, praxisorientiertem Studium und dem partnerschaftlichen Austausch mit der Wirtschaft. So bilden die beiden Universitäten Stuttgart und Hohenheim insbesondere in den technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen hochqualifizierte Fachkräfte aus. Der Science-Hill der Universität Stuttgart und die Sonderforschungsbereiche Hohenheims sind Ideenschmieden für technische Entwicklungen und Kulminationspunkte des wissenschaftlichen Austauschs.
Die Weinstadt
Weinbau hat in Stuttgart eine jahrhundertealte Tradition und machte früher den Reichtum der Stadt aus. Aufgrund der vorzüglichen Lagen kann stets ein großer Anteil an Qualitätsweinen erzeugt werden. In jedem Jahr bestätigen zahlreiche Auszeichnungen bei Landes- und Bundesweinprämierungen die Qualität der schwäbischen Weine.
Der Ort Uhlbach mit dem Weinbaumuseum der Landeshauptstadt Stuttgart ist zum Anziehungspunkt für Kenner und Liebhaber edler Tropfen geworden. Das Museum beherbergt Kelterbäume, Fässer, Küferwerkstatt, Brennerei, Trinkgefäße und Weinbehälter aus zwei Jahrtausenden. Die Weinprobierstube lädt zum Verkosten lokaler Weinsorten aus Stuttgart und Umgebung ein.
Sportstadt Stuttgart
Stuttgart war schon Austragungsort vieler internationaler Sportveranstaltungen und trägt seit der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 1993 stolz den Titel "freundlichste Sportstadt der Welt". In der Landeshauptstadt fanden bereits 1974 Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft statt. Als Austragungsort für die Fußball-WM 2006 und Ausrichter der Straßenrad-Weltmeisterschaft bietet Stuttgart in den kommenden Jahren weitere sportliche Großereignisse. Das Gottlieb-Daimler-Stadion, Heimstätte des Bundesligisten VfB Stuttgart, wird extra für die Bedürfnisse der WM-Spiele ausgebaut und modernisiert.
Weitere Informationen
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