FIFA WM-Stadion HannoverFoto: Picture-Alliance / dpa

Hannover


Wer an Hannover denkt, dem fallen oft spontan die Messen ein, die die niedersächsische Landeshauptstadt mehrmals im Jahr mit Millionen Besucherinnen und Besuchern füllen: Dies galt natürlich besonders im Jahr 2000, als die Weltausstellung EXPO der Stadt einen unvergesslichen Sommer bescherte. Doch insbesondere die Hannover Messe und die Computermesse Cebit prägen Hannover als das Zentrum der weltweit größten Industrie-Fachmessen.

Stadt an der Leine

Die zentrale Lage der Stadt Hannover prägte ihre Geschichte von Beginn an. Sie entstand im frühen Mittelalter als kleine dörfliche Siedlung auf einer hochgelegenen und damit hochwasserfreien Terrasse der Leine (Honovere= das hohe Ufer). Daneben lag ein bedeutender Flussübergang, denn hier kreuzten sich zwei wichtige alte Fernstraßen.

Aus der kleinen Siedlung entstand im späteren Mittelalter eine kleine Marktsiedlung die schon bald Stadtrechte bekam und an das Fürstengeschlecht der Welfen verkauft wurde. 1241 stellt der welfische Herzog "Otto das Kind" ein Stadtprivileg aus, das als älteste Erwähnung der Stadt Hannover gilt. Es war damals schon ein lebendiges, von selbstbewußten Handwerker, Händlern und Gewerbetreibenden geprägtes Zentrum.

Im 14. Jahrhundert wurde die Stadt mit einer soliden Mauer befestigt, nur drei Tore stellten die Verbindung zur Außenwelt her: das Leintor, das Aegidientor und das Steintor. Aus der Zeit stammen auch die drei gotischen Kirchen, Aegidien, Markt- und Kreuzkirche, wobei die beiden ersten auf Strukturen älterer Gebäude stehen. Hundert Jahre später wurde das Rathaus neben der Marktkirche gebaut, heute das Alte Rathaus, das jahrhundertelang Machtzentrum der Stadt war.

Das Geschlecht der Welfen nahm auf die Geschichte der Stadt weiter einen großen Einfluss. Im 17. Jahrhundert machten sie Hannover zu ihrer Residenz. Georg I. Ludwig wurde Kurfürst von Hannover und 1714 sogar König von England. Auch das britische Königshaus der Windsors stammt von ihm ab.

Im 19. Jahrhundert begann Hannover stark zu wachsen. Zwischen Bahnhof und Altstadt entstand die Ernst-August-Stadt, in der sich viel Handel, Gewerbe und Dienstleistungen konzentrierten und damit ein neues Stadtzentrum bildeten. Ende des 19. Jahrhunderts erfuhr auch Hannover in der Gründerzeit des Deutschen Kaiserreiches einen gewaltigen industriellen Boom. Der Bau des Mittellandkanals und später der Autobahn verband den alten Knotenpunkt Hannover mit modernen Verkehrsnetzen.

Der zweite Weltkrieg warf die Entwicklung der Stadt heftig zurück: Fast zwei Drittel der Gebäude lagen 1945 in Trümmern oder waren ausgebrannt, etliche Menschen waren obdachlos. Dazu kamen auch noch viele Flüchtlinge. Es war eine harte Zeit, aber als 6,3 Millionen Kubikmeter Trümmer geräumt waren, ging der Wiederaufbau voran.

Hannover erholte sich schneller als man dachte. Auf den Trümmern wurde eine moderne Stadt errichtet, die bis heute eine Großstadt im Grünen geblieben ist, eine Landeshauptstadt mit bedeutsamen kulturellen Einrichtungen, guten Einkaufsmöglichkeiten und überregional bedeutenden Ereignissen.

Hannover: Mehr als Messe

Wer in Hannover nicht gerade geschäftlich wegen einer Messe besucht, sollte sich bei einem Bummel durch die Altstadt vom Charme der engen Gassen bezaubern lassen. Das alte Rathaus aus dem 15. Jahrhundert schmückt sich mit prachtvollen gotischen Giebeln und Friesen. Zur Altstadt zählt auch die im 14. Jahrhundert erbaute Marktkirche gebaut, rechts neben dem Alten Rathaus, die das südlichste Beispiel der norddeutschen Backstein-Gotik ist.

Wer sich von der Hektik der Großstadt erholen will, sollte Hannovers grüne Lungen aufsuchen. Die Herrenhäuser Gärten zählen zu den schönsten und größten Barockgärten Deutschlands.

Herrenhäuser Gärten in HannoverFoto: Picture-Alliance / dpa

Und dann gibt es noch den Zoo Hannover. Als EXPO-Projekt (EXPOnat Hannover Zoo) präsentiert sich der Hannover Zoo mit einem völlig neuen Konzept des Erlebens und Begegnens. Mit neuen Attraktionen wie dem Gorilla-Berg und dem Dschungel-Palast setzt der Hannover Zoo Zeichen für eine artgerechte, attraktive und lebensnahe Erlebniswelt.

Zentrum globalen Handels

Die Deutsche Messe AG mit Sitz in Hannover zählt heute zu den führenden Messeveranstaltern weltweit. Das Kerngeschäft des Unternehmens liegt in der Durchführung international führender Fachmessen am Messeplatz Hannover und an ausgewählten ausländischen Messeplätzen. Dabei ist die HANNOVER MESSE die jährlich weltweit wichtigste Technologie-Messe. Über 6.000 Aussteller aus 60 Ländern werden vom 11. bis 15. April 2005 auf rund 200.000 qm wieder ihre technologischen Neuentwicklungen für alle Industriebranchen präsentieren.

Hannover ist auch Universitätsstadt: Mit 23.000 Studierenden ist die Universität die größte Hochschule Niedersachsens. Mehr als 60 Studienfächer stehen zur Auswahl. Von den Natur- und Ingenieurwissenschaften über die Geistes- und Sozialwissenschaften bis hin zu den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften reicht das Fächerspektrum. Hinzu kommen mehrere Fachhochschulen und weitere Hochschulen.

Weiterführende Informationen


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Stattreisen Hannover
Der EXPO-Park: Erinnerung an die Weltausstellung 2000
Die FIFA WM 2006 in Hannover
Auf nach Deutschland: Spielort Hannover