Städte und Stadien
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Gelsenkirchen
In Gelsenkirchen regiert der Fußball. Nur wenige Städte sind mit ihrem Fußballverein so eng verbunden wie Gelsenkirchen mit dem FC Schalke 04. Der Verein ist durch seine Tradition und großen Erfolge international bekannt und das wichtigste Aushängeschild der Stadt. Seit August 2001 hat er auch eine würdige Heimspielstätte gefunden: die Arena AufSchalke.
Vorindustrielle Natur- und Kulturlandschaften
Gelsenkirchen wurde bereits 1150 urkundlich erwähnt. Noch heute erinnern einige Baudenkmäler an die Vorgeschichte der Industriestadt. Das älteste Baudenkmal der Stadt liegt inmitten eines Naturschutzgebiets, das einen 300 Jahre alten Eichenbestand aufweist. Die Wasserburg Lüttinghoff wurde erstmals im Jahr 1308 erwähnt. Eine Hauptburg, eine Vorburg sowie eine große Gartenanlage bilden das architektonisch bedeutende Ensemble und sind von Gräften umgeben.
Die Hauptburg blieb als reiner Wehrzweckbau erhalten. Dagegen wurde die Vorburg durch einen Gebäudekomplex ersetzt, der in seiner Anordnung derjenigen der Wohn- und Wirtschaftsbauten aus dem 18. Jahrhundert entspricht. Die Wasserburg wurde 1994 als vorbildliches Bauwerk in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.
Inmitten einer grünen Parkanlage findet sich ein Gebäude des Spätbarock an der Wende zum Klassizismus: Schloss Berge. Erbaut durch Gerlach von Strünkede im Jahr 1264 erfolgte um 1700 der Umbau zu einem repräsentativen Herrensitz. In den Jahren 1785 bis 1788 wurde das Schloss erweitert und erhielt seinen heutigen Stil. Ein Barock-, ein Bauern- und ein Landschaftsgarten laden zu Spaziergängen ein und bilden zusammen mit dem Berger See eine attraktive Erholungsstätte in der sie umgebenden Industrielandschaft.
Darüber hinaus gilt Schloss Horst an der Emscher als einmaliges Renaissance-Denkmal in Nordwestdeutschland. Die Adelsfamilie des Rütger von der Horst ließ es zwischen 1555 und 1773 erbauen. Heute befindet sich ein Museum zur Epoche der Renaissance in dem Schloss und in der Glashalle, dem Rittersaal und Kaminzimmer finden Konzerte statt.
Fördertürme, Zechen und Stahlwerke
Allerdings war die Region bis zum 18. Jahrhundert mit etwa 6.000 Einwohnern nur dünn besiedelt und agrarisch strukturiert. Mit der Entdeckung der Kohlevorkommen im Jahr 1840 und der Errichtung des Bahnhofs änderte sich das Gesicht der Stadt. In kürzester Zeit entwickelte sich Gelsenkirchen zum aufstrebenden Standort der Schwerindustrie. Gelsenkirchen nahm mit fast 400.000 Einwohnern die Ausmaße einer Industriegroßstadt an und erhielt den Beinamen „Stadt der tausend Feuer“.
Durch den steigenden Import billiger Kohle erlebte Gelsenkirchen Ende der fünfziger Jahre eine tief greifende Strukturkrise. In der Kohle- und Stahlindustrie kam es zu zahlreichen Entlassungen, die Region musste einen neuen Weg beschreiten. Die einseitige Konzentration auf Kohle und Stahl wurde zugunsten neuer Technologieansiedlungen aufgegeben und der Dienstleistungssektor ausgebaut.
Eine Stadt im Wandel
Sichtbarstes Zeichen dieses Strukturwandels ist der Wissenschaftspark Rheinelbe. Der Wissenschaftspark bietet innovativen Unternehmen ideale Arbeits- und Vernetzungsmöglichkeiten. Angesiedelt auf dem Gelände eines ehemaligen Gussstahlwerks ist ein Entwicklungsort für Energie-, Bio-, Informations- und Kommunikationstechnologien entstanden, an dem Veranstaltungen und wechselnde Ausstellungen durchgeführt werden.
Foto: Picture-Alliance / Okapia1996 wurde eines der weltweit größten, auf einem Dach installierte Solarstromkraftwerk im Wissenschaftspark eingeweiht. Außerdem errichtete die Shell Solar Deutschland GmbH in Gelsenkirchen ein Photovoltaik Informations-Zentrum. Die 83 Meter lange, 47 Meter breite und 12 Meter hohe Solarfabrik ist auf dem Dach mit Solarzellen bestückt, die 120 Kilowatt erzeugen.
Die Königsblauen
In den vergangenen Jahren ist auch das Herz Gelsenkirchens zu einem wichtigen Arbeitgeber in der Region aufgestiegen: der Traditionsverein FC Schalke 04. Die neue Arena AufSchalke prägt seit 2001 das Stadtbild Gelsenkirchens und ist weithin sichtbares Zeichen für den sportlichen Aufschwung der Königsblauen. 61.524 Zuschauer haben Platz und sorgen bei den Spielen der Bundesliga für eine ausgelassene Stimmung.
Vor hundert Jahren gründete eine Gruppe 14- bis 15-jähriger Jungen den Fußballverein Westfalia Schalke, der 1924 in FC Schalke 04 umbenannt wurde. Ernst Kuzorra und Fritz Szepan kreierten den berühmten „Schalker Kreisel“ und führten den Verein an die Spitze des deutschen Fußballs. Zwischen 1933 und 1942 zog die Mannschaft neun Mal ins Finale ein und gewann sechs Meisterschaften.
Danach legte der Verein eine lange Durststrecke zurück, die in den siebziger Jahren sogar in die Zweitklassigkeit führte. Aber 1997 hatte der Verein wieder Grund zum Jubeln: Das Team, das aufgrund seiner kämpferischen Einstellung „Eurofighter“ genannt wurde, gewann in einem dramatischen Elfmeterschießen sensationell den UEFA-Pokal. Spätestens 2006 ist die Welt wieder zu Gast „auf Schalke“: vier Gruppenspiele und ein Viertelfinale der WM finden in der Arena statt.
Weitere Informationen
Homepage der Stadt Gelsenkirchen Die WM-Seite Gelsenkirchens WM-Site des FC Schalke 04 und der Stadt Gelsenkirchen WM 2006 in NRW Auf nach Deutschland: Spielort Gelsenkirchen
