Olympiastadion BerlinFoto: laif

Berlin


17 Jahre nach dem Fall der Mauer heißt Berlin die Welt mit vielen Veranstaltungen und großen Fan-Festen zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 willkommen. Selbst ein Berliner Stadtsymbol bekommt ein neues Gesicht: Die Kugel des Fernsehturms, die rund 200 Meter über dem Alexanderplatz thront, wird zu einem riesigen Fußball umgestaltet. Absoluter Höhepunkt ist das WM-Finale, das am 9. Juli 2006 stattfindet.

Vom Spree-Athen zum Symbol des Kalten Krieges

Fußballfreunde aus aller Welt treffen sich an einem Ort, der wie kein anderer für friedliche Einheit und Freiheit steht. Dabei schien es Berlins Schicksal zu sein, immer wieder geteilt und vereint zu werden: Im Tal der Spree, zwischen den Dörfern Köpenick und Spandau wurde Cölln auf der Spree-Insel und Berlin auf dem Nordufer gegründet. 1432 schlossen sich Berlin und Cölln erstmals offiziell zu einer Stadtgemeinde zusammen. Aber bereits nach zehn Jahren kam es zur Trennung, die bis 1709 andauerte.

Danach wurde die Stadt das politische Zentrum Brandenburgs, Preußens und des damals so genannten Deutschen Reichs. Nach dessen Gründung 1871 entwickelte sich Berlin zum größten Industrie- und Kulturzentrum Deutschlands. Doch der von den Nationalsozialisten ausgelöste Zweite Weltkrieg zerstörte große Teile der Stadt. Bis 1945 stand der Name Berlin für die aggressive Politik Nazideutschlands und deren Folgen. Der Krieg führte auch zur Teilung Deutschlands und seiner Hauptstadt: Die Errichtung der Berliner Mauer 1961 war das weltweit sichtbare Symbol der Trennung.

Einheit in Frieden und Freiheit

Nach den friedlichen Demonstrationen der Menschen in der DDR fiel die Mauer im Herbst 1989. Ein Jahr später feierte Deutschland seine Wiedervereinigung in Berlin. Ein Beschluss des Bundestags von 1991 erklärte Berlin zur Bundeshauptstadt und damit zum Sitz des deutschen Parlaments und der Bundesregierung. Heute ist die Bundesrepublik dank ihrer außenpolitischen Bereitschaft zur Übernahme internationaler Verantwortung ein weltweit geschätzter Partner in der globalen Sicherheits- und Friedenspolitik, im Krisenmanagement und der Konfliktprävention.

Eine europäische Metropole entsteht

Zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie das Brandenburger Tor, der Reichstag oder der ehemalige Grenzübergang Checkpoint Charlie erzählen die wechselvolle Geschichte Deutschlands. Aber Berlin verweist nicht nur auf seine eigene Vergangenheit, sondern zeigt Kunst, Kultur und Wissen aus der ganzen Welt. Hierzu gehört natürlich auch die einzigartige Architektur der Stadt, in der internationale Spitzenarchitekten wie Rezzo Piano am Potsdamer Platz oder Daniel Libeskind mit dem Jüdischen Museum ihre Spuren hinterlassen haben.

Berliner ReichstagFoto: REGIERUNGonline / Kühler

Darüber hinaus präsentieren 170 Berliner Museen Schätze der Weltkultur. Zwischen Spree und Kupfergraben liegt die weltberühmte Museumsinsel, ein Weltkulturerbe, in deren Gebäude die archäologischen Sammlungen und die Kunst des 19. Jahrhunderts ausstellen. Der Pergamonaltar oder Nofretete, die "schönste Berlinerin", sind in den Berliner Museen ebenso zu besichtigen wie alte und junge Meister: von Giotto bis Picasso, von Joseph Beuys bis hin zu Georg Baselitz oder Keith Haring. Berühmte Kunstsammlungen wie die von Heinz Berggruen, Erich Marx und Friedrich Christian Flick ergänzen die Museumsbestände und bringen die klassische Moderne sowie Gegenwartskunst nach Berlin.

Gleichzeitig hat sich eine junge Kunstszene in Berlin etabliert. Internationale Künstlerinnen und Künstler fühlen sich in ihrer Arbeit von den Trends der Stadt angezogen. Sie treffen auf eine junge Galeristenszene, die in den Stadtvierteln Mitte, Prenzlauer Berg und Friedrichshain herangewachsen ist. Kunst und Kultur, Lebensstile und Szenetreffs halten Berlin in Bewegung, und dies nicht nur zur Loveparade, dem Christopher Street Day oder am Karneval der Kulturen.

Hauptstadtsport: 160-mal Spitze

Aber Berlin ist nicht nur Kunstmetropole, sondern auch Sportstadt. Mehr als 525.000 Sportlerinnen und Sportler sind in rund 1.900 Vereinen organisiert. 1.500 Sportstätten verteilen sich über die ganze Stadt. Insgesamt spielen 160 Berliner Mannschaften wie Basketballbundesligist Alba Berlin oder die Volleyballer vom SC Charlottenburg in den höchsten deutschen Spielklassen. Darunter auch der erfolgreichste Fußballverein der Hauptstadt: Hertha BSC.

Zahlreiche sportliche Großveranstaltungen finden jährlich in der Hauptstadt statt: Der Berlin Marathon, das internationale Leichtathletik Sportfest Istaf, das Sechstagerennen im neu erbauten Velodrom oder die internationalen deutschen Tennis-Meisterschaften der Frauen im Steffi-Graf-Stadion.

Neben Kunst, Kultur und Sport können sich die Besucherinnen und Besucher der Hauptstadt in 7.000 Restaurants, Bistros, Bars und Cafés mit Berliner Spezialitäten oder internationaler Küche stärken. Die Auswahl reicht von der Berliner Currywurst bis hin zu Feinschmeckergerichten in neun Restaurants, die mit einem begehrten Stern ausgezeichnet wurden. Und während der Fußball-Weltmeisterschaft bietet sich ein Besuch in den zahlreichen Biergärten, Gartenlokale und Hofgärten an, um bei strahlendem Sonnenschein eine Berliner Weiße zu trinken.

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